maxity
15.10.2010

Wandern auf den Spuren von Ludwig Richter

Der spätromantische Maler und Illustrator hinterließ viele Spuren in Dresden / Malerische Ein-Stunden-Tour auf dem Loschwitzer Elbhang
Die Dresdner Elbhänge sind ein kulturlandschaftlich attraktiver Raum in Dresden. Sie bilden den nordöstlichen Rand des Elbtalkessels. Sie beginnen in der Radeberger Vorstadt am Waldschlösschen, etwa 3,5 Kilometer von der Brühlschen Terrasse entfernt. Von da verlaufen sie etwa 12,5 Kilometer bis zur Stadtgrenze im Südosten. Mehrfach wird der Elbhang dabei von der Elbe berührt, wodurch der Eindruck eines einseitigen Durchbruchtals entsteht. Blickfang sind die drei Schlösser Albrechtsberg, Lingnerschloss und Eckberg. Der Elbhang, heute ein beliebtes Ausflugsziel der Dresdner aber auch von Gästen der Stadt, war aber auch immer ein Anziehungspunkt von Künstlern, die hier arbeiteten und wohnten

Ludwig Richters Spuren in Dresden

Einer von ihnen ist Ludwig Richter, der am 28. September 1803 geboren wurde und am 19. Juni 1884 verstarb. Er wurde bekannt als deutscher Maler und Grafiker, der spätromantische Landschaften nach Motiven der Heimat und volkstümliche Holzschnittillustrationen im Sinn des Biedermeier zu Märchen von Hans Christian Andersen und Ludwig Bechstein schuf. Seine Illustrationen zahlreicher volkstümlicher Bücher machten ihn innerhalb weniger Jahre zum bekanntesten und beliebtesten deutschen Buchkünstler.

Auf dem Elbhang von Dresden-Loschwitz hat Ludwig Richter zahlreiche Spuren hinterlassen, die man bei einem einstündigen Spaziergang erkunden kann. Der Ortsverein Loschwitz-Wachwitz hat die Tour markiert und an wichtigen Orten mit Informationstafeln versehen.

Start der Wanderung ist der Körnerplatz

Der Körnerplatz in Dresden-Loschwitz ist Ausgangspunkt unserer Wanderung. Wir gehen den nach Bühlau führenden Loschwitzgrund (Grundstraße) hinauf und erreichen bald (Nr. 26) die ehemalige Hentschelmühle (»Rothe Amsel«), die letzte der Mühlen, die durch die Wasser der jetzt unter der Grundstraße fließenden »Trille« betrieben wurden. Heute befindet sich hier das Leonhardi-Museum, benannt nach dem Loschwitzer Maler und Fabrikbesitzer Eduard Leonhardi (1828 - 1905), der 1885 hier im Garten auch das Ludwig-Richter-Denkmal errichten ließ. Weiter bergwärts geht es nach rechts in den Karl-Schmidt-Weg, benannt nach dem Gründer des »Landesverereins Sächsischer Heimatschutz«. Von hier gibt es einige schöne Ausblicke auf den Loschwitzgrund.

Nach einer Rechtsbiegung des Weges führt ein Pfad zur Ziegengrundquelle. Wir gehen links über den Bach bergauf zur Ulrichstraße (Pauline Ulrich, Hofschauspielerin, 1835 - 1916). Sie führt zur Krügerstraße, wo am Haus Nr. 22 ein Sgraffito nach einer Zeichnung seines Freundes Ludwig Richter den Wohnort des Münzgraveurs Reinhard Krüger (1794 - 1879) bezeichnet. Rechts abbiegend gelangen wir über die Franz-Curti-Straße (Komponist, 1854 - 1898) und Malerstraße zurück zur Krügerstraße. Die Malerstraße ist benannt nach der früheren Loschwitzer »Malerkolonie«. Ludwig Richter hat hier oben viele Sommer verbracht (Malerstraße 4, Ludwig-Richter-Straße 8, Hermann-Vogel-Straße 2 und Krügerstraße 13). Gern war er im Hause seines Freundes, dem Fotografen August Kotzsch, auf dem heutigen Kotzschweg.

Bergab mit Deutschlands ältester Schwebeseilbahn

Die Krügerstraße talwärts, lädt an der Ecke Oeserstraße (Maler und Bildhauer, 1717 - 1799) die Gaststätte und Pension »Schöne Aussicht« ein. Am Ende der Oeserstraße gelangen wir zum Wohnhaus des Kreuzkantors Rudolf Mauersberger (1889 - 1971) und zur Bergstation der Schwebebahn (erbaut 1898/1901 als erste Bergschwebebahn der Welt). Vom Aussichtsplateau kann man den Blick weit über über das Elbtal und die Stadt genießen. Mit der Schwebebahn gelangt man hinab zur Pillnitzer Landstraße und kann die Wanderung mit einem Besuch der wiederaufgebauten Loschwitzer Kirche (1705/08 von George Bähr und Johann Gottfried Fehre erbaut) beenden. Wer Lust zum Weiterwandern hat, kann noch unterhalb des Körnerplatzes den verbliebenen Teil des Loschwitzer Ortskernes mit seinen alten Häusern, dem Josef-Herrmann-Denkmal und der Gaststätte »Körnergarten« besuchen.


www.ortsverein-loschwitz-wachwitz.de


Quelle: Dresden Marketing GmbH / Presse
Informationen zu: Körnerplatz
Ausgewählte Themen
Elbflorenz als Winterparadies
Dresden im Zeichen der Kunst
123 Künstler zeigen ihre Arbeiten