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Genuss aus Sachsen

Destillate, Promille, Prozente

Um einen Besuch in Dresden und Umland abzurunden, sollte man einmal einen Blick auf die ausgezeichneten, hochprozentigen Alkoholerzeugnisse werfen. Ausgezeichnet wurden einige tatsächlich: Im letzten Jahr holten sächsische Destillate Gold und Bronze beim Klagenfurter „ World-Spirits Festival“ in Österreich. Unter den insgesamt über 300 verschiedenen Destillaten aus 15 Ländern konnte die Erste Dresdner Spezialitätenbrennerei „Augustus Rex“ sechs „ World-Spirits-Awards“ gewinnen. Gold gab es für die Konstantinopeler Apfelquitte, den Apfel Schöner aus Nordhausen und die Sächsische Wildkirsche. Silber erhielten Apfel Kaiser Wilhelm und Birne Köstliche aus Charneu. Das Dresdner Obstwasser Kernobst konnte eine Bronzemedaille für sich beanspruchen. Wie auch schon in den vergangenen Jahren kann man die Qualität der Dresdner Spirituosen auch an ihren Auszeichnungen messen.

Die Spezialitätenbrennerei „Augustus Rex“ , welche man im nördlichen Teil Dresdens finden kann, zeichnet sich durch selbst gebrannte Obstbrände aus seltenen Obstsorten aus. Außerdem stammt vom Geschäftsführer Georg W. Schenk die neue sächsische Erfindung des Dresdner Weissen Wunders. Dies ist ein Likör, für dessen Herstellung zum ersten Mal Alkohol aus Milch gewonnen wird, um diesen dann mit einem Traubenbrand zu verfeinern. Bei einem Besuch der Brennerei kann man sich über die Herstellung der Obstbrände und Liköre informieren und diese dann auch käuflich erwerben.

Ein weiteres nennenswertes Ziel bezüglich Dresdner Spirituosen ist das Wettiner Weinlädchen. Bei einer gemütlichen Weinprobe auf der Terrasse oder im Gewölbekeller des Lädchens kann man sich vom Geschmack der Weine aus Sachsen und aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut überzeugen. Das Lädchen bietet circa 100 verschiedene Weinsorten zum Verkauf, außerdem gibt es auch noch Brände, Liköre, Sekte, Weingelees und Snacks für das kulinarische Wohl.
Das Wettiner Weinlädchen gehört zur Sächsischen Vinothek, welche auch Rebstocktouren oder Winzerhaustouren in den Weinbergen von Radebeul anbietet.

Der Weinbauverband Sachsen hat es sich zum Ziel gemacht, sächsische Weine populärer zu machen. Aktuell kommen nur ungefähr 0,2 % der gesamten deutschen Weinmenge aus Sachsen, obwohl die Weine im Elbland schon fast 850 Jahre kultiviert werden. Auf der 55 Kilometer langen Weinstraße von Pirna über Dresden, Radebeul und Meißen bis nach Diesbar-Seußlitz werden 23 verschiedene Rebsorten angebaut. Das sächsische Elbland gehört damit zu den kleinsten Weinanbaugebieten in ganz Deutschland. Der Verband hat es sich zur Aufgabe gemacht, den sächsischen Weinbau zu erhalten und den Bekanntheitsgrad zu erhöhen.

In der kleinen Stadt Radeberg, dem westlichen Tor zur Oberlausitz, gibt es ebenfalls Raritäten zu entdecken. Radeberg ist nicht nur für sein Bier berühmt, sondern auch für einen Kräuterlikör, denn von hier stammt der „Original Radeberger Bitter". Mehrfach preisgekrönt, wird das feine Tröpfchen noch meisterlich von Hand destilliert. Destillateur Thomas Tiebel wird die Rezeptur aber auf keinen Fall verraten, nur soviel: Nelke und Zimt sind drin, dazu kommen noch 20 andere Kräuter aus Deutschland und aus Fernost.

Unweit von Marienberg, im Ortsteil Lauterbach im Erzgebirge entstand 1899 die Destillation & Likörfabrik Ernst F. Ullmann, welche sich durch ihre Kräuterschnäpse, Branntweine und verschiedenen Liköre einen Namen gemacht hat. Der „Lauterbacher Tropfen“ ist ein ungesüßter Magenbitter, der besonders in der Erzgebirgsregion einen hohen Stellenwert hat und durch liebevolle Bezeichnungen wie „Waldbenzin“, „Sterbe nie“ oder „Lauti“ charakterisiert wird. Andere bekannte Erzeugnisse der Likörfabrik sind der „Vugelbeerschnaps“ und das „Kräuterweibl“.

Sachsens Weine und hochprozentige Erzeugnisse sind es wert, einmal bei einer Weinprobe oder einem Besuch in den verschiedenen Erzeugerwerkstätten verkostet zu werden. Mit ihrer langjährigen Tradition sind sie ein fester Bestandteil der sächsischen Kultur.

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