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Eine süße Tradition

Der Original Dresdner Christstollen®

Weihnachtszeit ist Stollenzeit. Für die Dresdner Bäcker und Konditoren beginnt die jährliche Stollensaison im Herbst und endet am 31. Dezember. Etwa 130 von ihnen sind derzeit Mitglied im Dresdner Stollenschutzverband und dürfen ihre Stollen nach strengen Qualitätstests mit dem goldenen Siegel als Original Dresdner Christstollen® kennzeichnen.

Der Christstollen ist das Weihnachtsgebäck mit der wohl längsten Tradition. In Dresden wurde er 1474 zum ersten Mal erwähnt. Es handelt sich dabei um ein so genanntes „Gebildebrot“, das das in Windeln gewickelte Jesuskind darstellen soll. Im Mittelhochdeutschen wurde solch ein längliches Hefegebäck übrigens als „Striezel“ bezeichnet.
Da es sich hierbei ursprünglich um eine katholische Fastenspeise während der Adventszeit handelte, blieben dem Stollenteig zunächst nur Zutaten wie Wasser, Mehl und Hefe. Dank des „ Butterbriefs“, einem päpstlichen Erlass aus dem Jahr 1491, verfasst auf Bitte des Kurfürsten Ernst von Sachsen, waren alsbald auch Butter und Milch für die Rezeptur zugelassen.

Seit mehr als 20 Jahren ist die Bezeichnung „Dresdner Stollen“ ein geschützter Markenname. Das Dresdner Stollensiegel ist ein goldenes Siegel mit dem aufgeprägten Antlitz des berühmten Kurfürsten August dem Starken und garantiert die gleichbleibend hohe Qualität. So muss der Stollen immer in Handarbeit hergestellt sein und darf weder Margarine noch Konservierungsstoffe und künstliche Aromen enthalten. Natürlich hütet trotzdem jeder Bäcker sein eigenes Stollen-Familienrezept.
Im November 2012 wurde der Dresdner Christstollen als „Marke des Jahrhunderts“ ausgezeichnet. Damit wurde das Engagement des Stollenschutzverbandes und der rund 130 Stollen-Bäcker und -Konditoren gewürdigt, die das Traditionsgebäck seit 1991 zu einem weltweit bekannten und beliebten Produkt gemacht haben.

Tipps für den Genuss
• Erwerben kann man den Original Dresdner Christstollen® in rund 130 Bäckereien und Konditoreien in und um Dresden. Achten Sie auf das ovale goldene Siegel mit dem Konterfei Augusts des Starken. Die sechsstellige Siegelnummer gibt zudem Auskunft über die genaue Herkunft jedes einzelnen Dresdner Christstollens.
• Das traditionelle Gewicht eines Original Dresdner Christstollen® beträgt vier Pfund. Mittlerweile werden Stollen aber auch zu drei Pfund, zwei Pfund, 750 Gramm und 500 Gramm angeboten.
• Der Original Dresdner Christstollen® passt als süßes Gebäck zum Kaffee und sollte etwa vier Wochen vor dem ersten Anschnitt gekauft werden. Bis dahin wird der Stollen idealerweise trocken, kühl und lichtgeschützt gelagert werden. Guten Appetit!

Highlights rund um den Stollen
• Einen Blick hinter die Kulissen des Stollenhandwerks kann man bei den Dresdner Erlebnisbäckern erhaschen. Dabei bekommt man eine Führung durch die Backstube und erfährt mehr über den Original Dresdner Christstollen® im Allgemeinen und vielleicht sogar jeweilige geheime Rezept im Besonderen. Die beteiligten Bäckereien und Konditoreien finden Sie auf der Website des Schutzverbands Dresdner Stollen e.V. unter www.dresdnerstollen.com.
• Für jede Saison wird ein Stollenmädchen gekürt, das den Original Dresdner Christstollen® ein Jahr lang bei Festen, Veranstaltungen und in den Medien repräsentiert. Im Vorfeld führt eine Jury mit allen Bewerberinnen einen Wissenstest durch, um die bestmögliche Wahl zu treffen.
• Beim jährlichen Stollenfest dreht sich alles um den Original Dresdner Christstollen®. Das Stollenfest ist der Höhepunkt des Dresdner Striezelmarkts, obwohl es erst seit 1994 begangen wird. Die Geschichte dahinter reicht viel weiter zurück: Bereits 1730 veranstaltete August der Starke ein großes Fest – bekannt als das Zeithainer Lustlager – in dessen Rahmen auch ein Riesenstollen mit einem Gewicht von 1,8 Tonnen präsentiert wurde.
• Heute wird der Riesenstollen in etwa dreiwöchiger Arbeit von den Bäckereien und Konditoreien des Stollenschutzverbands aus einzelnen Stollenplatten gefertigt und dann nach einem Festumzug durch die historische Altstadt portionsweise an die Festbesucher verkauft. Der Erlös kommt einem gemeinnützigen Zweck zugute.
Der Weltrekord für den größten Riesenstollen steht übrigens bei 4.200 Kilogramm im Jahr 2000.

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