Das Festspielhaus gehört zu den markanten Bauten der
Gartenstadt Hellerau. Heinrich Tessenow entwarf das 1911 errichtete Haus für die rhythmische Ausbildung nach Émile Jaques-Dalcroze. Seine klare Gestaltung steht für den architektonischen Aufbruch zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Auch im Inneren wurden neue Wege beschritten: Das von Adolphe Appia mitentwickelte Raumkonzept verzichtete auf eine fest eingebaute Bühne und einen Bühnenvorhang. Bühnenelemente und Zuschauerplätze konnten unterschiedlich angeordnet werden. Alexander von Salzmann entwickelte dazu eine Beleuchtung, bei der zahlreiche Lampen hinter weißen Stoffbahnen den Saal in gleichmäßiges Licht tauchten.
Später wurde das Gelände jahrzehntelang militärisch genutzt. In den 1990er Jahren begann seine Rückkehr zum Kulturort; 2006 wurde das Festspielhaus nach der Sanierung wiedereröffnet. Heute nutzt
HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste das historische Gebäude.